Fachkräftemangel

Legende Fachkräftemangel?

Kommt er, der Fachkräftemangel in Deutschland? Seit Jahren schlagen allerhand Verbände und Institutionen Alarm.  So auch das Institut für Deutsche Wirtschaft (IW) in Köln 2008. Fast alle haben eines gemeinsam: sie beschreiben Horror-Szenarien. Jetzt soll eine neue Studie des IW für Klarheit sorgen.

Fachkräftemangel in Deutschland

Fachkräftemangel in Deutschland
Fachkräftemangel in Deutschland

Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich um Umbruch. Die letzten Jahrzehnte wurden durch hohe Arbeitslosenquoten und Strukturwandel geprägt. Jetzt erlebt die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften einen regelrechten Aufschwung. Was aber hat es mit dem Fachkräftemangel tatsächlich auf sich? Zunächst einmal: was sind Fachkräfte eigentlich? Fachkräfte definieren sich als Personen mit mindestens einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem vergleichbaren Sekundärabschluss. In einigen Branchen und Regionen werden bereits heute Fachkräfte knapp,  und das obwohl sich die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs befindet. Auch die Einstellungsbereitschaft der deutschen Unternehmen steigt und mit ihr deren Anforderungen. Dies hängt zum einen mit der Veränderung der betrieblichen Arbeitsorganisation und der zunehmenden Globalisierung und zum anderen mit dem wachsenden Stellenwert von Informationen im Arbeitsalltag zusammen.

Branchen mit Fachkräftemangel

Grundsätzlich ist hier zu erwähnen, dass es keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland gibt. Allerdings gibt es in einzelnen technischen Berufsfeldern sowie in der Gesundheits- bzw. den Pflegeberufen Engpässe. Engpässe können zu entsprechenden Besetzungsproblemen führen. Dies betrifft unter anderem die MINT-Branche (Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurswissenschaft sowie Technik)  mit nichtakademischen Fachkräften.  Die neue Studie des IW zeigt auch hier ein ernüchterndes Ergebnis: Lediglich in 96 von insgesamt 619 Berufen suchten die Personaler (in den vergangenen Jahren) qualifizierten Nachwuchs und viele vakante Stellen blieben unbesetzt. Betroffen sind die üblichen Verdächtigen:

  • Naturwissenschaftlich-technische Berufe
  • Handwerk
  • Alten- und Krankenpflegebereich

Personaler finden infolgedessen kaum passende Fachkräfte in den Bereichen Energie, Mechatronik und Elektrotechnik, aber auch Bau- und Gebäudetechniker sind rar. Durch alle Branchen hinweg werden Informatiker gesucht. Die Studie geht leider nicht darauf ein, dass viele Unternehmen nach ganz speziellen Qualifikationen suchen. Beachten muss man bei solchen Aussagen allerdings, dass „Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit ein strukturelles Phänomen des Arbeitsmarktes ist, das im konjunkturellen Aufschwung zunimmt“, so die Arbeitsagentur. In der Ökonomie spricht man von einem Mismatch. Mismatche entstehen durch Informations- und Suchdefizite, aber auch durch Arbeitsangebot und -nachfrage im Hinblick auf Region, Branche, Qualifikationen. Im Klartext bedeutet das, dass sich qualifikatorische Lücken nicht kurzfristig schließen lassen, da diese langfristig von Bildungs- und Investitionsentscheidungen abhängen. Die Engpässe in einzelnen Branchen und Regionen sind dennoch kein Grund, von einem generellen Fachkräftemangel in Deutschland zu sprechen!

Kein genereller Fachkräftemangel in Deutschland

Fachkräftemangel in Deutschland
Fachkräftemangel in Deutschland – ja oder nein?

Fachkräftemangel und Mismatch lassen sich schwer vorhersagen, wie Prognosen der letzten Jahre bewiesen haben, da sie unter anderem konjunkturell bedingt sind; dennoch sagen Institute auch weiterhin eine drastische Zuspitzung des Fachkräftemangels voraus. Größere Engpässe zum Beispiel beim klassischen Elektroingenieur wird es wahrscheinlich nur in Bayern, Baden-Württemberg und in Niedersachsen geben. Langfristig werden die Engpässe besonders bei nicht-akademischen Berufen zu spüren sein. Für Unternehmen bedeutet dies, dass Ausweichstrategien (nachhaltig gesehen) negative Folgen für die deutsche Volkswirtschaft haben werden, bedingt durch:

  1. Rückgang von Investitionen
  2. Arbeitsverdichtung und Automatisierung
  3. Innovations- und Wachstumsbremse

Konkret bedeutet dies, dass sich Unternehmen bereits heute auf einen Fachkräftemangel eingestellt haben und somit weniger Fachkräfte benötigen. Diese Einstellung hat quantitative und qualitative Herausforderungen zur Folge. Es gilt den EPP-Rückgang bestmöglich auszugleichen.

Die zehn Handlungsfelder

  1. Studienabbrecher reduzieren
  2. Ausbildungsabbrecher reduzieren
  3. Schulabgänger ohne Abschluss reduzieren und Übergänge in den Beruf verbessern
  4. Erwerbspartizipation und Lebensarbeitszeit von Arbeitnehmern über 55 erhöhen
  5. Erwerbspartizipation und Arbeitszeit von Frauen steigern
  6. Fachkräften aus dem Ausland steuern
  7. Arbeitszeit von Beschäftigten in Vollzeit steigern
  8. Qualifizierung und Weiterbildung vorantreiben
  9. Arbeitsmarkttransparenz erhöhen
  10. Steuer- und Abgabenbereich prüfen
Eine Lücke klafft besonders in den Gesundheitsberufen

Die IAB und das Bundesinstitut für Berufsbildung veröffentlichten kürzlich in ihrer Studie, dass besonders bei Gesundheitsberufen bis 2030 eine größere flächendeckende Lücke entsteht. Dennoch haben sich frühere Prognosen nicht bewahrheitet. Sicher ist allerdings, dass es Sektoren gibt, die bereits heute deutliche Engpässe haben. Darunter zählen ganz klar die IT und die technisch ausgelegten Berufe wie Projektingenieure, Inbetriebnahmeingenieure oder Projektleiter. Zusammenfassend kann man sagen, dass es keinen flächendeckenden Fachkräftemangel gibt, aber auch, dass es Branchen gibt, die sich schon heute Engpässen in der Personalbeschaffung stellen müssen. Besonders betroffen sind die Elektrotechnik, Maschinen- und Anlagenbau sowie die Gesundheitsbranche. Allerdings sind auch Forschung und Entwicklung, die IT-Branche und das Gastgewerbe betroffen.

Nicht zu unterschätzen ist, dass jedes zweite Unternehmen in Deutschland Schwierigkeiten hat vakante Stellen zu besetzten. Das liegt zum einen an zu wenigen Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen, zum anderen an unzureichenden Fachkenntnissen und fehlende Soft Skills der Bewerber, wie zum Beispiel Motivation oder Teamfähigkeit. Zudem werden von Unternehmen mangelnde Berufserfahrung und zu hohe Gehaltsvorstellungen beanstandet. Trotz Engpässe ergreifen deutsche Arbeitgeber zu selten Gegenmaßnahmen. Demzufolge wird wertvolle Zeit verschenkt, die man zur Bindung und nachhaltigen Gewinnung von Fachkräften benötigt. Der Wettbewerb profitiert davon.

Flexible Arbeitszeitmodele sind Mittel erster Wahl

Der Mitarbeiter, mit seinen individuellen Ansprüchen, rückt immer mehr in den Fokus aller HR-Maßnahmen. Dies bedeutet, dass zukünftig ca. jedes fünfte Unternehmen alternative Arbeitszeitmodelle anbieten wird. Finden Unternehmen am Markt keine passenden Bewerber sind sie gut beraten die eigenen Mitarbeiter weiterzubilden. Vorhandene Mitarbeiter lassen sich mit attraktiven Entwicklungsperspektiven und guten Qualifizierungsmaßnahmen motivieren und langfristig an das Unternehmen binden. Einem schlechten Ruf der Branche lässt sich mit einer klaren Arbeitgeberpositionierung entgegen wirken.  Wir, die NEW SEARCH Personal- und Managementberatung bieten Unternehmen Zugang zu qualifizierten Kandidaten und unterstützen Sie dabei, passende Fach- und Führungskräfte für Ihre vakanten Positionen zu finden. Kandidaten bieten wir ein zukunftsweisendes Karrieresprungbrett.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Spiegel Online, Süddeutsche, Studie Fachkräftemangel 2015 ManpowerGroup
Bilder: Pixabay.de

Coole Tipps gegen die Hitze im Büro

Coole Tipps gegen die Hitze im Büro

Coole Tipps gegen die sengende Hitze im Büro

Die Klamotten kleben, der Schweiß tropft, das Deo gibt sich geschlagen, die Gedanken stocken – der Sommer ist da und mit ihm auch die Affenhitze im Büro.

Coole Tipps gegen die Hitze im Büro
Die Temperaturen steigen im Büro an…

Sobald das Thermometer die 30°C Marke erreicht, wird der Arbeitsalltag für die meisten Arbeitnehmer zur Belastungsprobe.  Kreislaufstörungen, Schwindelgefühl und Kopfschmerzen können sich bemerkbar machen.

Kein Hitzefrei für Arbeitnehmer

Laut Arbeitsschutzrecht ist der Arbeitgeber lediglich dazu verpflichtet, die Arbeit so zu gestalten, dass keine Gesundheitsgefährdung besteht. Dies ist in §4 Arbeitsrecht nachzulesen. Dies bedeutet, dass die Lufttemperatur in Büros die 26°C Marke nicht überschreiten darf. Ist es allerdings besonders heiß, liegt die Grenze bei 35°C. Temperaturen über 35 Grad gelten als unzumutbar. Werden diese 35°C überschritten, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, für Abkühlung zu sorgen, etwa durch Jalousien oder Ventilatoren. Welche Mittel der Arbeitgeber wählt, bleiben ihm/ihr überlassen. Kaltes Wasser reicht zur Not schon aus. Besonderen Schutz genießen hier Schwangere oder stillende Mütter sowie Mitarbeiter, die per Attest gesundheitliche Probleme nachweisen. Diese Personen können verlangen, dass das Büro auf Normaltemperatur gekühlt wird. Dennoch, Arbeitnehmer können nicht dazu gezwungen werden, den kompletten Arbeitstag in der sengenden Sonne zu arbeiten, auch nicht am Schreibtisch. Fenster müssen abgedunkelt werden können.

Kleiderordnung im Sommer – ohne Kundenkontakt darf es legerer sein

Die Kleiderordnung variiert von Unternehmen zu Unternehmen. In großen Konzernen ist die Kleiderordnung oftmals strikter als in kleineren Unternehmen. Grundsätzlich ist eine gelockerte Kleiderordnung möglich, wenn auch nicht überall. Kurze Hosen sind für Männer, egal in welchem Unternehmen und in welcher Branche, tabu. Ist die Krawatte in einem Unternehmen Pflicht, muss auf das Kurzarm-Hemd verzichtet werden. Allerdings darf ein langärmliges Hemd hochgekrempelt werden, Tattoos sollten dagegen nicht sichtbar sein. Kleidung aus Naturprodukten wie Leinen, Seide oder Baumwolle sind zu empfehlen.  Diese Stoffe regulieren hohe Temperaturen besser. Im Sommer sollten die Herren daher besser zur Seidenkrawatte greifen.

Kleidung als Kommunikationsmittel

Bei der Kleiderwahl sollten Sie beachten, dass diese als Kommunikationsmittel wahrgenommen wird. Ein Beispiel: Je höher die Position, desto dunkler fällt die Kleidung aus. Zum einen sollte auf sehr körperbetonte Kleidung sollte zudem verzichtet werden, zum anderen ist lockere, luftige Kleidung angenehmer. Auch die Rocklänge ist entscheidend. In konservativen Branchen darf dieser Knie umspielend sein, sonst darf er auch eine Handbreit über dem Knie enden. Im Management ist auch im Sommer eine Strumpfhose Pflicht. Offene Schuhe sind nicht erlaubt, zumindest für die Herren. Die Damen dürfen Schuhe mit offener Ferse tragen. Oberteile müssen zumindest einen Ärmelansatz haben und die Schultern bedecken.

Erfrischende Tipps

Coole Tipps gegen die Hitze im Büro
Coole Tipps gegen die Hitze im Büro
  • Luftige Kleidung und das richtige Schuhwerk
  • Früh morgens im Büro lüften, dann die Fenster schließen und Jalousien schließen, so bleibt die Luft länger kühl.
  • Kaltes Wasser ab und an über die Handgelenke laufen lassen.
  • Unnötigen Kaffee vermeiden. Das Koffein bringt zwar den Kreislauf in Schwung, allerdings nur für sehr kurze Zeit. Anschließend fällt man in ein Loch. Zudem regt dieser die Schweißproduktion an.
  • Früher ins Büro gehen. Morgens ist es kühler und man komm schneller an den See oder ins Schwimmbad.
  • Viel trinken
    Am besten Wasser, ungesüßten Tee oder Saftschorle.
  • Leicht Essen
    Frische Salate, Obst oder rohes Gemüse, sowie Fisch oder Hühnchenfleisch. Diese Speisen belasten den Kreislauf nicht zu sehr.
  • Geräte, die nicht verwendet werden, ausschalten denn, diese geben Wärme ab.
  • Sollten Sie alleine im Büro arbeiten und Ihr/e Arbeitgeber/In nichts dagegen haben, stellen Sie eine kleine Wanne mit kaltem Wasser für Ihre Füße bereit.

Quelle
Bilder: Pixabay.com