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Vorstellungsgespräch - darauf sollten Sie achten

Vorstellungsgespräch – optimal nutzen

Vorstellungsgespräch? Achten Sie auf Ihr Umfeld

Eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bietet eine erstklassige Gelegenheit einen ersten Eindruck über das Betriebsklima und die tatsächliche Firmenkultur zu erhalten. Es lohnt sich aufmerksam zu sein…

Wie gut ist das Betriebsklima tatsächlich?

Die Frage nach dem Betriebsklima wird im Vorstellungsgespräch höchstwahrscheinlich nicht ganz ehrlich beantwortet werden. Vorstellungsgespräche sind ein wenig wie Rendevouz: Jeder versucht sich von seiner Schokoladenseite zu präsentieren. Bewerber und gleichermaßen das Unternehmen, auch wenn es eigentlich darum geht herauszufinden, ob man zueinander passen würde. Wer also besonders nervös ist, neigt verstärkt zum Tunnelblick und verschenkt die Möglichkeit einen Blick auf das tatsächliche Betriebsklima zu erhaschen. Wer dennoch auf einige Zeichen achtet, kann einwandfrei zwischen den Zeilen lesen. Beachten sollte man dabei unbedingt, dass es sich hierbei um Beobachtungen handelt und diese sagen nichts über die Arbeitsqualität oder das Unternehmen aus!

Darauf sollten Sie achten:

  • Wie sind die Parkplätze?
  • Wie wurden Sie empfangen?
  • Körpersprache?
  • Kleiderordnung?
  • Wie ist der Mitarbeiterumgang?
  • Wie verhalten sich die Chefs?
  • Sind die Arbeitsplätze ordentlich?
  • Glückliche Mitarbeiter?
  • Wie sind die Toiletten?
  1. Die Parkplätze
    Gibt es Parkplätze oder müssten Sie morgens im Berufsverkehr einen Parkplatz suchen und ggf. ein weites Stück laufen oder mit Anwohnern um die begehrten wenigen Parkplätze streiten? Oder müssten Sie sich (auf eigene Kosten) einen Parkplatz oder eine Garage mieten? Sind die Parkplätze sauber und in Ordnung gehalten? Wie ist die Hierarchie im Unternehmen? Gibt es Kundenparkplätze und Parkplätze für körperlich beeinträchtigte Mitarbeiter oder lediglich für Geschäftsführer und Vorstände?
  2. Der Empfang
    Erwartet man Sie bereits oder lässt man Sie in der Lobby warten? Wurde Ihnen etwas zu trinken und ein Sitzplatz angeboten? Wurden Sie mit Ihrem Namen angesprochen? War die Begrüßung herzlich-persönlich oder steif-formell?
  3. Die Körpersprache
    Personaler achten weniger bis kaum auf ihre Körpersprache, das können Sie sich zu nutzen machen. Beobachten Sie daher aufmerksam die kleinen Gesten. Ist man Ihnen zugewandt, interessiert oder ähnelt das Vorstellungsgespräch mehr einem Verhör? Wo sitzen Sie? Gegenüber (distanziert) oder über Eck (kooperativ)?
  4. Die Kleiderordnung
    Als Bewerber sollten Sie grundsätzlich lieber over- als underdressed sein! Achten Sie darauf wie andere Mitarbeiter außerhalb des Vorstellungsgespräches und des Empfanges gekleidet sind, sollte sich Ihnen die Möglichkeit bieten. Kleider machen Leute – auch in Unternehmen.
  5. Der Mitarbeiterumgang
    Sollten Sie mit mehr als einem Interviewpartner in einem Raum sein, bietet sich Ihnen die Möglichkeit zu beobachten wie Kollegen interagieren.
  6. Die Chefs
    Sobald mehrere Personen anwesend sind, wird es eine Hierarchie geben. Hier sollten Sie besonders aufmerksam beobachten.
  7. Die Arbeitsplätze
    Über die Firmenkultur und die Arbeitsweise offenbart sich viel; stehen die Türen zu den Büros offen? Sind die Büros groß und weiträumig oder eng und gequetscht? Das sind alles Indizien die Ihnen zeigen wie viel in den Faktor Mensch investiert wird. Besonders interessant sind Gemeinschaftsräume und Ecken. Sind diese gemütlich und einladend oder verwaist?
  8. Glückliche Mitarbeiter
    Je gestresster und miesepetriger die Mitarbeiter sind desto unglücklicher scheinen sie zu sein.
  9. Die Toiletten
    Wie sauber ist das stille Örtchen? Ist es sauber spricht das entweder für eine sehr fleißige Reinigungskraft oder für eine gute Sozialgemeinschaft.

Die Körpersprache im Vorstellungsgespräch

Nonverbale Kommunikation ist in einem Vorstellungsgespräch unabdingbar. Deswegen möchten wir auf diesen Punkt noch einmal im speziellen eingehen. Ein stimmiges Bild der Bewerber entsteht somit erst, wenn die nonverbale Kommunikation mit den Aussagen und dem äußeren Erscheinungsbild der Bewerber übereinstimmen. Diese Glaubwürdigkeit Ihrer Person spielt eine entscheidende Rolle.

Das sollten Sie vermeiden:

  • Lascher Händedruck
  • Fehlender Blickkontakt
  • Fehlendes Lächeln
  • Laxe Körperhaltung
  • Verschränkte Arme
  • Wild mit den Händen gestikulieren
  • An den Haaren zupfen
  • Zappeln
  • An der Kleidung nesteln

Der Händedruck spielt besonders bei Frauen eine gesonderte Rolle. Beachten sollte man(n), dass ein Händedruck nicht länger als 3-4 Sekunden dauern sollte. Bereits in den ersten paar Minuten haben die Personaler ein Bild von Ihnen. Von diesem wird auch nur noch wenig abgewichen. Die Bedeutung von Dresscode und Körpersprache ist hat daher eine besonders wichtige Bedeutung.

Drei ausschlaggebende Phasen

  1. Die Begrüßung
    Richten Sie Ihre Kleidung nicht während Sie den Raum betreten und gehen Sie auch nicht mit ausgestreckter Hand auf den Personaler zu. Ein kurzer, fester Händedruck genügt.
  2. Setzten Sie sich
    Sobald man Ihnen einen Platz angeboten hat können Sie sich setzen. Die Sitzhaltung sollte sich im Verlauf des Vorstellungsgespräches Ihrem Gesprächspartner anpassen.
  3. Gestik
    Mikro-Gesten werden (fast) immer registriert. Achten Sie auf eine offene Körperhaltung.

Bilde: Pixabay.com

Optimal auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten

Vorstellungsgespräche

Grundsätzlich immer heikel – das Bewerbungsgespräch. Hier soll man in kürzester Zeit vor Engagement nur so sprühen, das Schlauste sagen was man jemals sagte, hoch motiviert und sympathisch sein, einen sehr guten Eindruck hinterlassen und inspirieren soll man auch noch. Die einzige Chance sich hier und heute zu beweisen, denn immerhin ist man die beste Besetzung für die offene Position. Der hohe Stressfaktor kommt ungefähr der einer Prüfungssituation gleich. Tolle Voraussetzungen oder?
So schlimm ist es aber nicht, immerhin arbeiten in der Bundesrepublik rund 40 Millionen, die haben es ja schließlich auch irgendwie geschafft. In diesem Blogbeitrag geben wir Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie sich auf das kommende Vorstellungsgespräch vorbereiten.

Bewerbung
Bewerbung

Die fünf Phasen

Gut ist, dass die meisten Vorstellungsgespräche im gleichen Muster verlaufen. Man kann sie in fünf Phasen einteilen und sich einzeln auf diese vorbereiten. Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Vorstellungsgespräch zwischen 30 und 60 Minuten dauert. Wenn es gut läuft dauern diese tendenziell länger. Je nach Position kann es sich bis auf zwei Stunden sowie mehrere Runden ausdehnen. Wobei das eher für höher qualifizierte Stellen zutrifft. Macht auch Sinn, bedenkt man, dass es hier um eine Stelle mit viel Verantwortung und einem höheren Gehalt geht (Fehlgriffe sind teuer, auch für Unternehmen). Unsere fünf Phasen greifen auf ein klassisches Bewerbungsgespräch mit ca. 45 Minuten Länge.

  1. Smalltalk
  2. Kennenlernen
  3. Vorstellung
  4. Rückfragen
  5. Abschluss

1. Smalltalk

Innerhalb von Sekunden entscheiden wir, ob wir jemanden sympatisch finden oder nicht. Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance trifft es hier wohl am ehesten. Für Sie als Bewerber ist diese erste Phase somit extrem wichtig. Heute weiß man allerdings ziemlich genau, was gut ankommt und was nicht. Achten Sie darauf, natürlich zu sein, denn Arroganz verkauft sich nicht gut. Sie sind nicht Gottes Gabe an die Wirtschaft, also verhalten Sie sich bitte auch nicht so!

Ihre Kleidung sollte stets sauber und der Branche angepasst sein. Tragen Sie dennoch ein Outfit, in dem Sie sich wohl fühlen, denn die Personaler müssen eine Person finden die in das Team passt. Passt alles, signalisieren Sie damit, dass Sie sich auf das Gespräch vorbereitet haben und sich auf die Gepflogenheiten des Unternehmens einlassen. Denken Sie bitte daran, dass Ihnen der Personaler zuerst die Hand gibt und Sie sich erst setzten, wenn man Ihnen einen Platz angeboten hat. Smalltalk dauert in der Regel ca. 5 Minuten

Don’ts im Vorstellungsgespräch

  • Haare zupfen
  • Nasekratzen
  • Mit den Fingern trommeln
  • Pseudo-Denkpausen
  • Die Beine ständig überschlagen und mit den Füßen wippen
  • Die Hände hinter dem Kopf verschränken
  • Im Stuhl lümmeln
  • Mit dem Stuhl wippen
  • Sich zu weit vorlehnen

All dies lässt Sie entweder desinteressiert, unfreundlich, reserviert, manierlos oder sogar aggressiv erscheinen.

Do’s im Vorstellungsgespräch

  • Lehnen Sie sich leicht nach vorne
  • Sitzen Sie aufrecht
  • Sehen Sie alle nach einander an, wenn Sie mit mehrere Personen in einem Raum sind
  • Lächeln!

2. Kennenlernen

In dieser Phase können Sie:

  • Etwas über sich erzählen
  • Sagen warum Sie sich gerade auf diesen Job in dieser Firma beworben haben
  • Sagen Sie, wieso Sie diesen (!) Job unbedingt wollen
  • Warum diese Firma ausgerechnet Sie einstellen sollte
  • Was Sie für dieses Unternehmen tun können, was andere nicht können

Die Personaler werden Ihre Unterlagen wohl alle kennen. Daher müssen Sie nicht alle Abschnitte nochmals genau erklären. Wichtiger ist, dass Sie zeigen, dass Sie für diese Stelle die optimale Besetzung sind und zudem ein logischer Karriereschritt für Sie ist. Gerade dieser Punkt ist bedeutend, da er aufzeigt, dass Sie strategisch planen können. In dieser 2. Phase können zudem noch klassische Psychotestfragen kommen. Am einfachsten, Sie überlegen sich zu den gängigsten Fragen bereits vor dem Gespräch Antworten. Alles in allem dürfte diese Phase ca. 15 Minuten dauern.

3. Vorstellung

Die Vorstellungsrunde ist ungefähr auf 10 Minuten festgelegt. In dieser Phase wird der Personaler etwas über das Unternehmen und besonders über die zu besetzende Stelle sagen. Hier ist es extrem wichtig Präsenz zu zeigen! Personaler fragen sich, ob Ihnen als Bewerber die Basisdaten zu dem Unternehmen bekannt sind. Hören Sie daher aufmerksam zu. Ein Personaler wird daher schnell erkennen, ob Sie sich im Vorfeld mit dem Unternehmen auseinander gesetzt haben.

4. Rückfragen

Auch hier sind ca. 10 Minuten angesetzt. Wenn Sie der Personaler fragt, ob Sie noch Fragen haben sagen Sie ja!!! Das ist die einzige Chance noch mehr über den Job, den Chef oder die Kollegen zu erfahren. Also FRAGEN! Diese Frage ist ein Test! Sagen Sie nein, können Sie gehen! Selbst unerfahrene Personaler sehen hier schnell, wie gerne Sie diesen Job in Wirklichkeit haben wollen. Achten Sie darauf keine dummen Fragen zu stellen. Ja, es gibt dumme Fragen, nämlich solche die der arme Personaler nur mit „ja“ beantworten kann. Ein Beispiel: “ Sind meine Aufstiegschancen gut“? Solche Fragen katapultieren Sie regelrecht ins Aus, denn sie zeigen, wie unvorbereitet und naiv Sie sind. Fragen nach der Arbeits- und Urlaubszeit stellen Ihre Motivation gewaltig in Frage. Machen Sie Notizen und fragen anschließend detaillierte Fragen.

5. Abschluss

Wichtige Fristen sollten jetzt geklärt werden. Normalerweise sollten Sie innerhalb von zwei Wochen einen Bescheid erhalten haben.  Bitte nerven Sie hier nicht. Seien Sie freundlich und verständnisvoll. Alternativ könnten Sie auch ein Dankesschreiben oder eine E-Mail senden. Das ist in Deutschland eher ungewöhnlich, hebt Sie aber von den anderen Bewerbern ab. So rücken Sie zudem die positive Erscheinung ins rechte Licht. Erwähnen Sie, dass das Gespräch positiv in Erinnerung geblieben ist und bedanken Sie sich für die Zeit. Zudem können Sie schreiben, dass Sie sich über eine baldige Antwort freuen. Die Abschlussphase dauert ebenfalls ca. 5 Minuten.

Arbeitsvertrag
Arbeitsvertrag

 

 

 

 

 

 

Es ist zudem ratsam, sich auch bei anderen Unternehmen zu bewerben. Leider gibt es auch Unternehmen die gar nicht reagieren. Hier sollten Sie gründlich überlegen, ob Sie diese freie Stelle noch immer haben wollen. Sollten Sie diese noch wollen, können Sie gerne nachhaken. Das verbessert Ihre Chance.

Wir drücken Ihnen die Daumen!

Bilder: Pixabay.de und Fotolia.de