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Krankenstand - wenn der Wetterwechsel krank macht

Krankenstand

Temperatur-Achterbahn: Wenn der Wetterwechsel krank macht

An einem Tag ist es windig mit kalten Regenschauern, am nächsten wieder warm. Der Körper kommt bei plötzlichen Wetterwechseln oftmals nicht mit. Rasche Wetterwechsel machen zwar nicht krank, dennoch können bestehende Leiden verstärkt werden. Sind die Leiden so stark, dass ein Krankenstand nötig wird tauchen viele Fragen auf. 

Krankenstand - wenn der Wetterwechsel krank macht
Krankenstand – wenn der Wetterwechsel krank macht

Die Temperaturen fallen, die Tage werden kürzer und die Bäume werfen ihr Laub ab. Der Herbst kommt und mit ihm oftmals der nächste Krankenstand. In dieser Jahreszeit quälen sich viele Menschen mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit herum, einer typischen Erkältung. Was aber wenn, es keine Erkältung sondern eine Grippe ist und man den Krankenstand ausrufen muss?

Krankenstand – die Rechtsgrundlage

Grundsätzlich gilt das Angestelltengesetz § 8 Abs. 1, 2 und 8. Dieser regelt den Krankenstand für Angestellte. Der Entgeltfortzahlungsanspruch besteht unabhängig von Krankheits- oder Unfall. Zu beachten ist, dass die Verhinderung nicht fahrlässig oder vorsätzlich erfolgte. Die Dauer des Entgeltfortzahlungsanspruchs hängt von der Betriebszugehörigkeit ab und steigert sich wie folgt:

  • 0 –  5 Jahre: 6 Wochen volles Entgelt + 4 Wochen die Hälfte des Entgeltes
  • 5 – 15 Jahre: 8 Wochen volles Entgelt + 4 Wochen die Hälfte des Entgeltes
  • 15 – 25 Jahre: 10 Wochen volles Entgelt + 4 Wochen die Hälfte des Entgeltes
  • ab 25 Jahren: 12 Wochen volles Entgelt + 4 Wochen die Hälfte des Entgeltes

Ein Arbeitsunfall wird etwas anders behandelt. Hier erhöht sich in den ersten 5 Jahren der Betriebszugehörigkeit der volle Entgeltanspruch von 6 auf 8 Wochen. Beachtet werden muss allerdings, dass im Falle eines erneuten Betriebsunfalles innerhalb der folgenden 6 Monate, die Restansprüche aus der oben genannten Dauer bestehen. Bei der Krankenkasse kann in diesem Fall zusätzliches Krankengeld beantragt werden.

Krankenstand melden

In den meisten Unternehmen muss man den Krankenstand unverzüglich melden. In einigen Unternehmen gilt die Nachweispflicht erst ab dem dritten Tag der Krankheit. Der Arbeitgeber kann allerdings auf eine Bestätigung des Arztes bestehen. Bringt der Arbeitnehmer, trotz wiederholter Forderung, keinen Nachweis, so verliert dieser seinen Entgeltanspruch für diese Zeit.

Leider ist es nicht ganz untypisch im Urlaub krank zu werden. Dauert eine Erkrankung bis zu 3 Kalendertagen zählen diese Tage, per Gesetz, dennoch als Urlaubstage. Dauert die Erkrankung länger an, zählen die Krankenstandtage selbstverständlich nicht als Urlaubstage und werden dem Urlaubskonto des Mitarbeiters gut geschrieben.

Wichtig für die Entgeltfortzahlung:

  • Die Erkrankung darf nicht fahrlässig oder vorsätzlich herbei gerufen worden sein.
  • Eine behördliche Bestätigung wird dem Arbeitgeber zusätzlich vorgelegt, wenn eine Erkrankung im Ausland eintritt.
  • Der Arbeitgeber muss unverzüglich über die Erkrankung informiert werden.

Bilder: Pixabay